Die Zulassungszahlen bei Elektroautos steigen kräftig. Doch der private Markt kommt nicht in Schwung. Das Kfz-Gewerbe macht dafür die unklare Förderpolitik der Bundesregierung verantwortlich.

Die Neuzulassungen von Elektroautos legen deutlich zu – doch Privatkunden halten sich beim Kauf zurück. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), die Interessenvertretung von rund 36.000 Autohäusern und Werkstätten in Deutschland, macht dafür die unklare Förderpolitik verantwortlich. Fehlende Details zur Antragstellung der angekündigten Kaufprämie verunsicherten Privatkäufer, für die die Förderung ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung sei, sagt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.
Zulassungen steigen, Privatmarkt stockt
Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lesen sich auf den ersten Blick positiv: Im März 2026 registrierte das KBA 70.663 Neuzulassungen vollelektrischer Fahrzeuge. Das entspricht einem Anstieg von 66,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Marktanteil von E-Autos liegt damit bei 24 Prozent.
Doch laut ZDK-Präsident Peckruhn trügt diese Zahl. Während sich der gewerbliche Bereich gut entwickelt, zögern Privatkäufer. Der Grund: Die angekündigte E-Auto-Prämie ist für viele Interessierte kein Bonus, sondern eine Notwendigkeit. Viele Käufer planen die Prämie fest ein, etwa um monatliche Leasingraten zu finanzieren. "Die Menschen brauchen Planungssicherheit und keine Förderpolitik auf Zuruf", sagt Peckruhn.
Hohe Spritpreise allein reichen nicht
Die derzeit stark gestiegenen Kraftstoffpreise wecken zwar Interesse an Elektroautos, da deren Betriebskosten pro 100 Kilometer spürbar niedriger liegen als bei Verbrennern. Der ZDK warnt jedoch davor, dies als Selbstläufer zu betrachten. Autos kaufen die Menschen auf Basis langfristiger Entscheidungen. Kurzfristige Preissignale an der Zapfsäule wirken dabei nur bedingt. Die hohen Anschaffungskosten müssten daher laut Peckruhn durch die versprochene Prämie abgefedert werden.
Autohäuser und Werkstätten unter Druck
Für die Autohäuser und Meisterbetriebe in Deutschland ist die Unsicherheit eine existenzielle Belastung. Das Kfz-Handwerk ist das Bindeglied zwischen Hersteller und Endkunde: Hier finden Beratung und Verkauf statt. Wenn Käufer wegen unklarer Förderung zögern, sinkt die Planungssicherheit für die Betriebe.
ZDK fordert klare Regeln
Der ZDK fordert die Politik auf, die Förderkriterien und das Antragsverfahren für die E-Auto-Prämie transparent und verbindlich zu definieren.